Zuhause

Quelle: Pixabay
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Ich bin übersättigt. Vollgestopft mit Wahrheiten, die nicht meine sind. Und vermutlich auch nicht die der anderen. Bin überladen und müde von all der Ablenkung, in die ich mich selbst ständig stürze. Wohl, um mir aus dem Weg zu gehen. 

 

Bin so weit weg von mir. 

 

So ein Durcheinander. Fühle mich unruhig, unkonzentriert. Verzettle mich inmitten von Gedankenschnipseln. Ein Satz ist nicht mal zu Ende gedacht, da rennt der nächste die Mauern des anderen ein. Lässt ihn verpuffen. Ins Nichts. Kein Wunder, dass ich dann ins Leere greife. 

 

Und dazwischen tauche ich weiter ein in die Leben der anderen. Leben, die mir nur so erscheinen, als wären sie, was sie in Wirklichkeit nicht sind. Lasse mich beschallen von Halbwahrheiten. Drittel-, Zehntel- oder Dreißigstelwahrheiten. Sorgfältig gefiltert und gesiebt durch Gedanken, Tastaturen. Eingetaucht in leuchtende Farben. Scheinbar klar, dank der Pixel unserer Zeit. 

 

Zu viel Bunt, das mich nur blendet. 

 

Denn kaum geblinzelt, stelle ich wieder Vergleiche an. Die sinnlos sind und haltlos. Und mir doch brennend ins Fleisch schneiden. Mich mit meinen imaginären Unzulänglichkeiten konfrontieren. 

 

Das alles treibt mich immer weiter weg aus meinem eigenen Leben. 

Oder führt es mich erst dorthin? Dahin, wo ich wirklich sein soll?

Jedenfalls verliere ich dabei den Boden unter den Füßen. Viel zu oft. 

 

Wo sind meine Wurzeln?

 

Wie weit bin ich gerade von mir entfernt? Liegen Welten zwischen HIER und MIR?

Oder ist es nur ein Katzensprung zu mir zurück? 

 

Das will ich doch hoffen. Bin ich doch eigentlich offen für all das, was mich bewegt.

Kann es nur gerade nicht fühlen. Nicht auf den Punkt bringen.

 

Doch es tut sich was. Ganz subtil. Das Leben hat sich angekündigt. Mein Leben kehrt zurück zu mir. Hat neulich einfach angeklopft. Gesagt, dass es an der Zeit ist, mich meinen Aufgaben zu widmen. Ich soll nun in die Tiefe tauchen, um mich selbst wieder zu erkennen. 

 

MEIN LEBEN LEBEN. LEBEN. LEBEN. LEBEN.

 

Die Dinge endlich auf den Punkt bringen. 

 

Das geht nur, wenn ich nach Hause komme. 

Zuhause ist da, wo ich meine eigene Wahrheit finde.  

Die allein gilt es für mich zu leben. Und zu lieben. 

 

Ich glaube, ich habe schon damit angefangen. Bin schon losgegangen. Irgendwie. Ganz sanft.

 

Schritt für Schritt. 

 

Zuhause muss sich gut und richtig anfühlen. 

 

Denn nur, wer Zuhause ist, kann anderen Menschen Türen öffnen. 

 

Licht hinein- und hinauslassen.

 

Dunkelheit vertreiben.     

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Kommentare: 3
  • #1

    Hellmut (Mittwoch, 01 Juni 2016 19:55)

    Was für eine schön formulierte Erinnerung daran, was wichtig(er) ist. Danke dafür, liebe Sarah :-*

  • #2

    Simone K. (Mittwoch, 01 Juni 2016 22:55)

    Liebe Sarah,
    sie ist ganz leise, die Stimme, die uns nach Hause ruft.
    Aber wir sind nun bereit, ihr unsere Aufmerksamkeit zu schenken und in dieser Stille unsere eigene Wahrheit zu finden.
    Ich bin immer wieder tief berührt, wie du Worte findest für das, was mich gerade bewegt. DANKE!
    Wir sind gemeinsam unterwegs....zurück zu uns selbst.
    Alles , alles Liebe
    Simone

  • #3

    Marie-Luise Kulozik (Freitag, 17 Juni 2016 16:09)

    Danke Sarah,als ich eben diesen wunderschönen Artikel las,wußte ich warum ich gerade heute bei Kolibri und dir reinschauen mußte.Ich bin heute ziemlich unruhig und nervös,jetzt weiß ich warum,also rasch umkehren und nach Hause kommen.Nochmal vielen Dank für deine Worte zur rechten Zeit,viele liebe Grüße Luise.