Von Geschenken und Herzschubladen

An Silvester habe ich immer das starke Bedürfnis, alles, was ich im vergangenen Jahr erlebt habe, einzusammeln, genau zu betrachten und in eine Schublade zu verstauen, damit ich es nicht mehr verlieren kann. Und dann überfällt mich jedes Mal eine leichte Panik, da ich gar nicht mehr alles zusammenkriege. Das ist dann so ein Gefühl, als wäre mir alles durch die Finger geglitten und würde für immer weg sein.

 

Menschen erzählen davon, dass sie das Jahr Revue passieren lassen, um daraus eine Summe zu ziehen. Ich beneide sie ein wenig um ihre scheinbare Klarsicht.

 

Ich weiß nicht, ob ich das kann. Ein ganz klares Resümee ziehen aus dem, was war.

Alles was war, erscheint mir plötzlich undurchsichtig und blass. Was hat dieses Jahr für eine Bedeutung in meinem Leben? Was habe ich daraus gelernt? Keine Ahnung, ob ich das eindeutig sagen kann. Ich würde es gerne. Doch fällt es mir sehr schwer. Es macht mich traurig, wenn ich daran denke, dass ich es wieder nicht geschafft habe, mir die wichtigen Ereignisse eines jeden Tages zu notieren – sodass ich das Jahr fein säuberlich in einer Schachtel unterbringen kann.

 

Doch muss ich das überhaupt? Ist es nicht ganz und gar okay, wie es ist? Ist es nicht in Ordnung, mal nicht alles mit dem Verstand zu erfassen, sondern darauf zu vertrauen, dass wir alles, was für uns wichtig ist, vielleicht ganz unbewusst in unseren Herzkästchen und Schatullen untergebracht haben und sicher automatisch darauf zurückgreifen werden, wenn es nötig sein sollte? Wir haben ganz sicher so manche Lektionen gelernt, die uns ein Stück näher zu uns selbst führen.

 

Und ist es nicht ausreichend, allein die Gefühle anzuerkennen, die geblieben sind und intuitiv zu wissen, dass sie uns den Weg weisen werden?

 

Was fühlt sich schwer an und soll gehen? Was fühlt sich leicht und gut an und soll bleiben?

 

Und vielleicht muss das gar nicht viel sein, sondern es ist schon genug, eine einzige Sache loszulassen, die uns belastet. 

 

Für mich persönlich habe ich ein paar Feststellungen gemacht. Sozusagen die Summe aus meinen Gefühlen gezogen:

  • Ich möchte achtsamer sein und öfter inne halten.
  • Ich will mutiger sein und meine Komfortzone so oft wie möglich verlassen. Denn das Leben beginnt da, wo die Angst wartet.
  • Ich habe fest vor, mehr auf meinen Körper zu hören und auf seine Bedürfnisse einzugehen.
  • Ich werde klare Entscheidungen für mich und meine Träume treffen (ohne Rücksicht auf vermeintliche Sicherheiten, die sowieso keine sind).
  • Das Leben ist zu kurz, um Dinge, die mich schwer machen, zu lange mit mir herumzutragen.

Ich gehe dahin, wo es weh tut. Aber ich weiß, dass mich das auf Dauer leichter machen wird.

Eingepackt in Goldpapier

Dennoch komme ich nicht umhin, einen lückenhaften Rückblick zu notieren. Ein paar Fakten, die mir spontan eingefallen sind, um DANKE zu sagen für alles, was mir 2015 geschenkt wurde. Und dafür, dass ich vieles lernen durfte.

 

Da sind zum Beispiel all die lieben Menschen, die mein Leben in 2015 (weiter) bereichert haben: Xenia, die mich mit ihrem Witz und ihrer unendlichen Kreativität so sehr inspiriert. Hellmut, der mir immer wieder zeigt, dass ich gut bin, wie ich bin und der sogar meine Macken mag. Christina, die ich im Human Trust kennengelernt habe und die meine Perspektive mit ihrer klaren und liebevollen Art zurecht rückt, Christinalein, die mich einfach immer versteht und auch meine blöden Witze lustig findet, Anne, mit der ich so viel lachen kann bis mir alles weh tut, meine Cousine Patci, die wie eine Schwester für mich ist, meine Eltern und mein Bruder, die für immer meine Heimat sind.

 

Dann ist da noch die liebe Simone, die ich über meinen Blog kennengelernt habe und zu der eine herzliche Freundschaft entstanden ist. Danke, dass du einfach nicht müde wirst, mich immer wieder zum Schreiben zu motivieren, indem du meine nagenden Selbstzweifel durch deine liebenswerte Art beiseite wischst und unwichtig machst. Nicht zu vergessen meine liebe Caro, die mich schon durch so viele Stürme begleitet hat. Anja, mit der ich zusammen zur Schule gegangen bin und mit der ich erst in diesem Jahr so richtig Freundschaft geschlossen habe.

 

Und dann möchte ich Katja erwähnen, meine Osteopathin, ein wahrer Engel auf Erden. Sie ist eines der ganz großen Geschenke des letzten Jahres. Und Yvonne! Du machst meinen Blog und damit mein Leben bunter. Weitere schöne Menschen, die mich ebenfalls in 2015 ermutigt haben sind Yao, Marianne, Judith, meine liebe bunte, verrückte Carmen, deren Freigeist und Toleranz ich von ganzem Herzen bewundere. Steffen, mein spiritueller Freund, der zwar nicht so oft offenkundig präsent war, aber sich immer wieder auf einer Ebene erkennbar macht, die ich nicht erklären kann. Ihr seid alle besonders für mich und tragt euren individuellen Teil zu meinem Wachstum bei. Danke!

 

Und natürlich möchte ich auch all meinen "Arschengeln" danken. Das sind die Menschen, die mich herausfordern und meine unangenehmen Seiten hervorkitzeln, sodass ich lernen kann, besser zu werden. Das tut manchmal weh und konfrontiert mich mit Seiten an mir, die ich gar nicht mag. Aber das ist intensiv und erkenntnisreich. Und deshalb sehr wertvoll.

 

Was habe ich so gemacht in 2015?

 

Silvester im Mai gefeiert und meinen Eltern beim Universum eine neue Wohnung „bestellt“, in die sie 2016 einziehen werden.

 

Meine Eltern haben mich wieder in München besucht und wir sind ganz mutig zusammen über die Highline179 spaziert. Ein unvergessliches Erlebnis, das wir für immer miteinander teilen und im Herzen tragen.

 

Judith und ich haben zusammen auf dem Grönemeyer-Konzert in München unsere Freundschaft gefeiert.

 

Mir ist noch klarer geworden, was ich vom Leben will und was mir wirklich wichtig ist. Ich habe mich größtenteils in einer vermeintlichen Sicherheit bewegt, was mir deutlich gemacht hat, dass ich in 2016 mutiger sein möchte. Ich war oft unachtsam mit mir selbst und meinem Körper. Daraus habe ich gelernt, was im neuen Jahr für mich auf der Tagesordnung stehen soll. Und ich bin gerne bereit, jeden Tag auf der „Übungsmatte“ zu erscheinen und mich von Niederlagen nicht abschrecken zu lassen.

 

Ich wurde Mitglied im Human Trust, der mir viele tolle Impulse für ein reicheres, glücklicheres Leben schenkt und durch den mir klar wurde, wie sehr ich mir wünsche, in einem liebevollen, wertschätzenden, kreativen Team zu arbeiten, um anderen Menschen Gutes zu tun und Liebe weiterzugeben.

 

Ganz wichtig und ein großer Schatz für mich: Mein Blog hat einen neuen Namen und eine neues Kleidchen bekommen. :-) 

 

Außerdem habe ich den festen Entschluss gefasst, ein Buch zu schreiben. Und diese Entscheidung ist in goldenes Papier verpackt, versehen mit einer Glitzerschleife aus Sternenstaub. Dieses Geschenk an mich selbst liegt ganz oben in meiner Herzschublade und wird beschützt vom Papier reif und weise.

 

Und nach und nach, Schritt für Schritt, packe ich es aus.

 

Weil ich mutig bin.

 

Ich wünsche euch ein gesundes, glückliches, kraftvolles und klares neues Jahr voller Liebe und großartigen Möglichkeiten! 2016 - das klingt rund und schwungvoll. Glaubt an eure Träume und traut euch, auf sie zuzugehen. 

 

Packt eure Geschenke aus. :-* 

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Kommentare: 4
  • #1

    Elke (Freitag, 01 Januar 2016 17:03)

    Habe eben mit Freude deinen Blog gelesen.Es fasziniert mich immer wieder,wie du das alles,was dich bewegt,in Worte fassen kannst.Es macht mich stolz und froh,Teil deines Lebens zu sein.Mach weiter so! Ich bin überzeugt,dass alles so wird,wie du es dir wünschst.Hab dich sehr,sehr lieb

  • #2

    Patci (Samstag, 02 Januar 2016 00:14)

    Wieder ein sehr schöner Text...."wie eine Schwester" gefällt mir und mir geht es ähnlich. Auf Dein Buch, welches Du nun schreiben willst, freue ich mich jetzt schon;-) gaaaanz liebe Grüße!

  • #3

    Simone K. (Samstag, 02 Januar 2016 08:27)

    Sarah, da ist ein Band zwischen uns, das "unerklärlich" ist.....noch nie persönlich getroffen-und doch so verbunden. Herz-Seelenbänder sind aus einem ganz besonderen Stoff gewebt...
    Du gibst (meinen) Gedanken und Gefühlen die "passenden" Worte. :-)
    Es macht mich so dankbar, demütig und glücklich, das zu lesen und zu wissen, dass es dich gibt.
    Ich sehe dein Buch schon vor mir!
    Heissen wir das neue Jahr 2016 LIEBEvoll WILLKOMMEN! Mögen die Engel uns führen, motivieren & schützen.
    Herzumarmung für dich....
    Simone

  • #4

    Marie-Luise Kulozik (Mittwoch, 06 Januar 2016 11:48)

    Danke liebe Sarah,ich finde dich total mutig und danke dafür dass es dich gibt.Danke das du einem immer die rechten Worte mitgibst damit man weiter macht und nicht verzweifelt wenns hart auf hart kommt.